Stiftung Warentest: Nahrungsergänzung für Männer

Dr. Martin Müller • 8. Februar 2023

Ein kurzer Kommentar zum aktuellen Testbericht


Die Stiftung Warentest hat 17 Nahrungsergänzungsmittel für Männer getestet, mit diesem Ergebnis: "Sie sind bestenfalls überflüssig, schlimmstenfalls riskant." Alle Produkte wurden als "überflüssig" eingestuft, 9 davon zusätzlich mit "überdosiert und teils unzureichend gekennzeichnet" und 7 davon sogar "mit gravierenden Mängeln" bewertet. [Quelle: test 2/2023, Seite 86 ff.]


Die Deutlichkeit dieser Aussagen hat mich überrascht und ich habe mir deshalb heute (08.02.2023) in einer freien Zeit den Test genauer angesehen und möchte dazu ganz schnell ein paar Fragen in den Raum stellen:



1.


Die Präparate wurden grundsätzlich als "
überflüssig" bewertet, weil nach Ansicht von Stiftung Warentest der "Nutzen für die Zielgruppe aus ernährungswissenschaftlicher und ernährungsmedizinischer Sicht nicht belegt" ist. Alle Produkte enthalten aber Zink und/oder Selen und diese Mineralstoffe dürfen mit wissenschaftlich anerkannten und gesetzlich zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben (Health Claims) beworben werden: Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit, einer normalen Reproduktion und zur Erhaltung eines normalen Testosterinspiegels im Blut bei. Selen trägt zu einer normalen Spermabildung bei.


Warum soll der Nutzen von Produkten mit gesetzlich zugelassenen Health Claims nicht belegt sein?



2.


15 der 17 Produkte überschreiten nach Ansicht von Stiftung Warentest bei einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen die "
behördlich empfohlenen Höchstmengen".

Warum wurden bei der Bewertung der Vitamin-und Mineralstoffgehalte nur die "behördlich empfohlenen Höchstmengen" des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) als Bewertungsmaßstab verwendet?


Es handelt sich dabei nur um Empfehlungen. Dieser Bewertungsmaßstab hat keine gesetzliche Grundlage. Es gibt gesetzlich geregelte Höchstmengen in einzelnen europäischen Ländern, aber nicht in Deutschland.


Warum wurde nicht darauf hingewiesen oder erläutert, dass es in der EU keine einheitlich geregelten gesetzlichen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln gibt?

Warum wurden nicht auch gesetzliche Regelungen berücksichtigt, z.B. aus Österreich oder der Schweiz?




Meine erste Stellunganhme zu diesem Testbericht:


Mit einem umfangreicheren Bewertungsmaßstab, der die etwas komplexe, weil uneinheitliche, derzeit geltende Gesetzeslage berücksichtigt, hätte Stiftung Warentest ein positiveres Bewertungsergebnis erhalten.


Es finden sich sinnvolle Anregungen im Testbericht, wie z.B. im Hinblick auf die stärkere Berücksichtigung von Verbraucherhinweisen und den "vernünftigen" Zusatz von Pflanzenstoffen.



Vielleicht schreibe ich später noch genauer über dieses Thema, wenn ich Zeit habe.


Wenn Sie dazu Fragen haben, dann können Sie sich zwischenzeitlich gerne bei mir melden.



von Dr. Martin Müller 12. Februar 2026
Warum sich ein FSMP-Projekt jetzt besonders lohnt  und mit KI schnell umgesetzt werden kann
von Dr. Martin Müller 11. Februar 2026
Schnellere Gutachten - höhere Evidenz - mehr Akzeptanz bei Behörden
von Dr. Martin Müller 1. Januar 2026
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunden, das Jahr 2025 wird mir in besonderer Erinnerung bleiben – die Zeit verging wie im Flug, erfüllt von vielen Projekten und Aufgaben – auch im privaten Bereich – die meine volle Aufmerksamkeit forderten. Für Blog-Artikel oder Aktivitäten in den sozialen Medien blieb keine Zeit. Ich hätte natürlich mit Hilfe von künstlicher Intelligenz problemlos Beiträge schreiben können – aber das wollte ich nicht. Ich will die tägliche Informationsflut nicht verstärken, sondern nur Wissen teilen, das wirklich relevant ist. Und dies führt mich zum ersten bestimmenden Thema des vergangenen Jahres. Künstliche Intelligenz Das Thema KI hat uns durch das gesamte Jahr begleitet. Wir haben ein neues KI-gestütztes Arbeitssystem in Betrieb genommen, das die Sachverhaltsanalyse und Datenaufbereitung qualitativ auf eine neue Ebene stellt. Die Leistungsfähigkeit dieser KI-Tools ist mittlerweile beeindruckend – man kann sie tatsächlich als Hilfskraft für einen Sachverständigen einsetzen. Doch entscheidend bleibt der Mensch: vor der maschinellen Datenaufbereitung, bei ihrer Steuerung und vor allem danach, bei der kritischen Würdigung und der fachlichen Bewertung der Rechercheergebnisse. Die menschliche Expertise ist und bleibt auch in Zukunft das Fundament und zentrale Element meiner Gutachten. Mit der KI erreiche ich aber eine neue Qualität in meinen sachverständigen Stellungnahmen, besonders in der Argumentation gegenüber Behörden und vor Gericht. Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke Das zweite bestimmende Thema des vergangenen Jahres war die Entwicklung einer neuen Strategie für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (ergänzend bilanzierten Diäten), die die aktuelle regulatorische Situation berücksichtigt und die daraus resultierenden Probleme löst. Diese Strategie haben wir erstmals erfolgreich umgesetzt, und ich freue mich auf die weiteren Projekte, die sich daraus für 2026 ergeben werden. Marktentwicklung Nach wie vor beschäftigen uns viele Abmahnungen. Es gibt viele Streitigkeiten im Markt, vielleicht eine Folge der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Marktteilnehmer kämpfen um einen aus deren Sicht kleiner werdenden Kuchen. Das verstehe ich aber nicht wirklich, denn die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Der Umsatz mit Nahrungsergänzungsmitteln stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich und soll nach Hochrechnungen im kommenden Jahr in Deutschland etwa 2 Milliarden Euro erreichen. Nahrungsergänzungsmittel sind wichtig – wirtschaftlich und gesundheitlich. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit allen erforderlichen Mikronährstoffen wird immer schwieriger – nicht nur für Senioren, sondern auch für Berufstätige, Sportler und Menschen mit besonderen Ernährungsanforderungen. Dieser wachsende Markt bietet Raum für innovative, qualitativ hochwertige Lösungen. Darauf sollten wir uns alle konzentrieren. Ausblick auf 2026 Für das kommende Jahr wünsche ich mir – und meinen Kunden – eine Rückbesinnung auf das, was zählt: kreative Problemlösung, innovative Produktentwicklung und das Vertrauen, dass es in einem wachsenden Markt für alle Platz gibt. KI-Tools sind ein gutes neues Werkzeug, aber kein Ersatz für Fachkompetenz und Verantwortung. Für 2026 wünsche ich Ihnen und Ihren Familien vor allem eines: Gesundheit, um die Chancen nutzen und Ihre Ziele erreichen zu können. Ein glückliches neues Jahr wünscht Ihnen, mit den besten Grüßen, Dr. Martin Müller
von Dr. Martin Müller 30. Dezember 2024
Ein Rückblick mit den besten Wünschen für das neue Jahr.
von Dr. Martin Müller 25. Mai 2024
Heilgeschichten, die Mut machen - Das neue Buch meiner Frau ist erschienen.
von Dr. Martin Müller 4. April 2024
Ein neues Urteil macht mich sehr nachdenklich.
von Dr. Martin Müller 29. Dezember 2023
Die besten Wünsche für das neue Jahr !
von Dr. Martin Müller 8. September 2023
Darum ist eine Worst-Case-Betrachtung so wichtig.
von Dr. Martin Müller 23. Mai 2023
Eine private Stellungnahme
von Dr. Martin Müller 15. April 2023
Insekten als Lebensmittel - Ein aktuelles Beispiel für nationale Sonderregelungen
mehr anzeigen